|
Der eigentliche Ort Göynük liegt zwischen der Hauptstraße
Antalya-Kemer und den Bergen. Göynük hat sich inzwischen zur
Kleinstadt entwickelt, mit eigener Stadtverwaltung und einem
sehr engagierten Bürgermeister. Um dem Ruf einer Stadt gerecht
zu werden, wurden in den letzten Monaten neue breite Straßen
angelegt und mit Betonsteinen gepflastert. Der Eingangsbereich
war lange Zeit eine Großbaustelle, doch nun lässt sich langsam
erkennen, was hier entsteht: Göynük hat ein Stadttor bekommen!
Sogar für die Torwächter ist Platz vorgesehen. Und damit auch
jeder weiß, wo er ist, steht in großen glänzenden Lettern GÖYNÜK
über den Torbögen.
Links vom Stadttor ist direkt neben der Hauptstraße ein
Teegarten mit kleinen schattigen Pavillons, Blumenbeeten und
Wasserspielen entstanden. Hier kann man in Zukunft sitzen, Tee
trinken, Palavern und
dem vorbeirauschenden Verkehr zusehen. Natürlich durfte auch ein
Uhrenturm nicht fehlen, der durch die Ecke einer sehr modernen
Dachkonstruktion himmelwärts ragt. Zumindest wird niemand diesen schlanken
Turm für einen Kirchturm halten. Rechts vom Stadttor entsteht
ein in sich verschlungenes Gebilde, welches jetzt im Bau noch der
Momentaufnahme eines Mikadospiels gleicht.
Neben dem Afra Supermarkt findet
man, rund um einen liebevoll
gestalteten und aufwendig bepflanzten Platz, der in der Mitte
wieder Wasserspiele und Ruhezonen aufweist, ein neues
Einkaufszentrum. Hier kann man sich
dann vom Shopping-Stress erholen! Noch sind die Geschäfte leer,
aber sie werden in den nächsten Wochen und Monaten bestimmt alle
bezogen werden.
Hinter dem Stadttor geht eine breite
vierspurige Straße etwa 200m weiter und man kommt an einen großen
Kreisverkehr. Hier zweigt nach links eine weitere breite
vierspurige Straße ab. Auf dieser Straße findet jetzt immer
freitags der Göynük-Markt (Textilien etc. ) statt. Diese
Anbietermeile wurde speziell für die
kauflustigen Touristen eingerichtet. Da es
in Kemer und Camyuva keine solchen Märkte mehr gibt, ist der
Andrang in der Saison recht groß. Den eigentlichen Markt mit Obst,
Gemüse und Haushaltswaren findet man in den Nebenstraßen 50m
weiter rechts von der Hauptstraße gelegen. Hierher verirren sich nur noch
wenige Touristen. Doch gerade der Bummel durch die Straßen und
Gassen abseits der neuen Hauptstraßen lohnt sich für
diejenigen, die etwas "normale" Türkei kennen lernen und
nicht nur auf den für Touristen angelegten Promenaden wandeln
wollen.
Direkt am Meer erstreckt sich über mehrere Kilometer eine
unendliche Reihe
von Hotels, eins neben dem anderen, jedes in sich abgeschlossen
und ohne viel Verbindung zum Umland. Da die Hotels fast alle
"all-inclusive" anbieten, wagen sich auch nur wenige Gäste
überhaupt raus. Verstärkt wird dieser Trend noch durch einige
Reiseleiter, die ihren Gästen erklären, es wäre ja viel zu
gefährlich auf eigene Faust loszuziehen und sie sollten doch
besser nur die von ihrem Reiseleiter angebotenen Tagesausflüge
buchen. Das wird den Touristen nicht nur in Göynük, sondern auch
in vielen anderen Ferienorten erzählt. Ich brauche wohl kaum
dazu zu sagen, dass bei solchen Ausflügen Preisvergleiche nicht
erwünscht sind und gerade deswegen sehr sinnvoll sind ...
Im Winter 2005/2006 verwandelte sich ein
Teil der Hotelmeile mal wieder in eine riesige Baustelle. In
zweiter Reihe werden weitere "5-Sterne" Anlagen hingeklotzt.
Das
Tourismus Ministerium hat diese Gelände für Hotelbebauung
freigegeben, selbst jetzt in der Saison 2006 wird eifrig weiter
gebaut. Trotzdem rückt die Eröffnung des einen Hotels, die
bereits für Mai 2006 geplant wurde, in immer weitere Ferne
(August 2006 ???). Mehr dazu auf unserer Seite
"Baustelle".
Die etwa 250 Läden an der Straße
vom Meer in Richtung Ort Göynük (Fun & Shopping Center) wurden
geräumt und abgerissen. Anstelle der ohne Genehmigung
errichteten Holz- und Wellblechbuden werden nun zweistöckige
Ladenhäuser gebaut. Sieht vielleicht irgendwann hübscher aus,
aber die Mieten sind sicher genauso viel höher. In der Straße
wurde die Kanalisation für die neuen Hotels verlegt. Die Fahrbahn
ist zur Zeit als solche nicht zu erkennen. Touristen, die von
den Hotels am Meer nach Göynük wollen, müssen über eine
Geröllpiste stolpern.
Und jetzt, wo die großen Hotels
langsam Form annehmen, erkennen die Einwohner von Göynük
plötzlich, dass ihnen mit diesen Hotels auch ihr öffentlicher
Strand genommen wird. Erst vor einigen Jahren hatte die
Stadtverwaltung das Gelände auf längere Zeit gemietet und hier
Duschen, WCs und eine kleine Bühne für Veranstaltungen errichten
lassen. Dazu muss man wissen, dass für die einheimischen
Familien ein Tag am Meer nicht darin besteht, auf gemieteten
Liegen stundenlang in der Sonne zu braten. Lieber macht man mit
der ganzen Familie Picknick unter schattigen Bäumen in der Nähe
des Strandes. Und wenn man sich direkt ans Wasser setzt, dann
wird alles dafür Benötigte mitgebracht: Teppiche, Sonnenschirme,
Grill, Teekocher, Gummitiere und anderes Planschspielzeug für
die Kinder usw., da reichen die mietbaren 2 qm Liegeplatz nicht
aus. Außerdem würde sich ein türkischer Familienvater auch nicht
unbedingt mit den Seinen direkt neben die oft barbusigen
Touristinnen platzieren.
Mehr zu Göynük finden sie noch auf
der Seite:
 |