www.Kemer-TR.Info - Informationen zur Ferienregion Kemer - Antalya-Türkei

Wer an Türkei und Orient denkt, dem fällt bestimmt auch gleich der Basar ein: Winzige Geschäfte mit auf die Straße überquellenden Warenangeboten in bunter Vielfalt. In Kemer gibt es jeden Montag einen Markt auf einem Gelände hinter der Post. Das ist ein großer Wochenmarkt für Obst und Gemüse und einigen Dingen des täglichen Bedarfs, wie Seifen, Plastikschüsseln, Eisenwaren und billige Schuhe. Die Fülle des Angebots besonders an frischem Obst und Gemüse ist umwerfend, alles ist ansprechend aufgebaut und die Preise sind für europäische Verhältnisse gnadenlos günstig. Für 20 Lira (ca. 12,50 Euro) kann eine vierköpfige Familie hier ihren Wochenbedarf decken. Es gibt etliche Obst und Gemüsesorten, die in deutschen Supermärkten nie auftauchen. Die Gewerbepolizei (Zabita) kontrolliert auf dem Markt, ob auch alle Waren ausgepreist sind und die Waagen ordentlich arbeiten. Ein Bummel über den Markt ist ein Muss für jeden Kemer Besucher. Die Eindrücke betören die Sinne und bleiben unvergesslich.

Die eigentliche Attraktion Kemers, der Textilmarkt auf der anderen Seite der Hauptstaße, neben dem Flussbett bis zum Meer, wurde 2004 von der Stadtverwaltung geschlossen. Die Geschäftsinhaber in Kemer beschwerten sich wohl zu Recht, dass die Marktstände ihnen die Kunden wegschnappen würden und während die Geschäfte hohe Mieten und in einem gewissen Umfang auch Steuern zahlen müßten, brauchten die Marktleute nur die geringe Standmiete zu bezahlen und könnten leicht die Steuern umgehen. Viele Touristen, die schon mehrmals in Kemer waren, vermissen nun das bunte Treiben auf dem Markt. Allerdings muss man ehrlicherweise feststellen, dass auf dem Textilmarkt zuletzt wirklich hauptsächlich Ramschware für Touristen zu überhöhten Preisen angeboten wurde. Einheimische wussten das und haben diesen Teil des Marktes als Käufer schon lange gemieden.

Wer diese Art von Textilmarkt trotzdem besuchen möchte fährt mit dem Dolmus nach Tekirova (Camyuva Basar wurde auch geschlossen). Dort gibt es samstags einen großen Markt mit Textilien, Schuhen, Andenken usw.  Dieser Markt zielt ganz auf Touristen. Fans von Markenimitaten kommen hier voll auf ihre Kosten, die Preise sind weiterhin auf Touristenniveau. Ländlicher geht es da auf dem Wochenmarkt in Kuzdere zu, immer donnerstags am Ortseingang neben der Schule. Hierher verirren sich nur wenige Touristen, das Angebot ist mehr auf die Landbevölkerung abgestimmt. Touristen werden natürlich sofort erkannt, der geforderte Preis dem vermeintlichen Reichtum angepasst. Da hilft nur eifriges Handeln oder einfach weitergehen, dann fällt der Preis automatisch.

Ein besonderer Markt ist der in Kumluca (immer freitags aber besser noch mal nachfragen). Hier kann man einen Marktbesuch in einer türkischen Kleinstadt mit einem Ausflug entlang der Küstenstraße nach Süden (ca. 40 km von Kemer) verbinden. Für 3-4 Lira fährt man im Dolmus durch die malerische Gegend, kann fotografieren und am Ziel der Fahrt dann gemütlich über den Markt schlendern. Auch dieser Markt ist auf die einheimische Kundschaft ausgerichtet, hier kann man noch echte Schnäppchen finden (3 Baumwoll T-Shirts guter Qualität für 10 Lira ~ 6 Euro) ansonsten gibt es auf dem Markt eigentlich nichts, was es nicht gibt. Wenn Sie sich nicht gleich als landesunkundiger Tourist outen wollen, laufen Sie nicht zu leicht bekleidet über den Markt. 

Etwas Basar-Gefühl vermittelten bisher die vielen kleinen Läden in den Einkaufsstraßen in Kemer, doch seit 1. Juni 2005 ist es streng verboten Waren oder Hinweisschilder auf die Straße vor die Geschäfte zu stellen. Angeblich will der Bürgermeister von Kemer so die Anpassung an die EU erreichen. Bei seinen Besuchen in der Partnerstadt Schwabach hat er keine Waren vor den Geschäften gesehen und auch nur kleine Ladenschilder, jetzt sollen sich die Geschäfte in Kemer an Schwabach angleichen. Anscheinend hat keiner seiner Begleiter dem Bürgermeister erzählt, dass es in Deutschland einfach zu oft regnet und auch zu viel geklaut wird, um größere Warenmengen vor dem Laden aufzubauen. Die vielen Grabbeltische in städtischen Einkaufzonen sind ihm wohl auch entgangen. Ob allerdings der drastische Umsatzrückgang im Sommer 2005 nur auf das Verbot des "Straßenverkaufs" zurück zu führen ist, bleibt zweifelhaft.