www.kemer-tr.info Der aktuelle online Reiseführer für Kemer und Umgebung -Der online Reiseführer für Kemer und Umgebung mit wertvollen Informationen für Reisende, illustriert durch zahlreiche Bilder. Hier können Sie Ihren türkischen Urlaubsort KEMER schon vor der Abreise etwas kennen lernen. Hier erfahren Sie alles über Kemer, Beldibi, Göynük, Kiris, Kuzdere, Camyuva, Tekirova, Cirali, Olympos und die beeindruckende Bergwelt des westlichen Taurusgebirges.
Allgemeines, Kemer und Umgebung, Transport, Einkaufen, Kontakt

Haustiere

Als Ausländer gelten wir als besonders tierfreundlich und werden oft gefragt, ob wir denn Haustiere halten würden - auf Türkisch bedeutet das sinngemäß: Füttert ihr Tiere? Gemeint sind natürlich Hunde oder Katzen, daher überrascht unsere Antwort: Nur Ameisen... Aber so ganz stimmt das nicht, hier eine Auswahl unserer "Haustiere". Neustes Mitglied dieser Sammlung ist ein "Bienenfresser", ein besonders bunter Vogel, den ich im Vorbeiflug von der Terrasse aus erwischt habe (- die anderen 20 Aufnahmen waren mehr oder weniger unscharf...). Die Ziegen gehören zur kleinen Herde unserer Nachbarn und werden nur vor unserer Tür auf die Weide geführt. Schon mehrfach konnte ich dort die Geburt der jungen Zicklein mit der Kamera verfolgen.

Anlass diese neue Seite zusammenzustellen war eine dicke Kröte, die es sich auf unseren Treppenstufen gemütlich gemacht hatte. Bei 36 Grad suchte sie wohl das letzte Bisschen Schatten. Wie so oft hatten wir die Kamera schussbereit und daher kam sie in unsere Sammlung "Haustiere". Joe erfrischte sie dann mit einer leichten Dusche aus der Gieskanne, so unsanft geweckt, suchte sie sich einen anderen Schlafplatz.

Doch zurück zu den Ameisen: Sie sind im Sommer allgegenwärtig und es gibt sie in den verschiedensten Größen und Arten. Am Strand krabbeln Riesenameisen, denen man förmlich ansieht, dass ihnen der Sand auch zu heiß ist. Im Haus haben wir mehr die winzig kleinen, die man einzeln kaum wahrnimmt. Erst wenn sie von irgendwoher nach irgendwohin eine Straße aufgebaut haben, fallen sie ins Auge. Bevor unser Haus gebaut war, wohnte ich zur Miete in der oberen Etage eines Hauses ein paar Hundert Meter weiter. Als ich mal mit der Nachbarin auf der unteren Terrasse saß, stellte ich fest, dass bei ihr noch kleinere Ameisen rum liefen als bei mir oben. Daraufhin meinte sie: Ina, du fütterst die Ameisen anscheinend besser. Daher der Ausdruck: Wir füttern nur Ameisen.

 

Die Ameisen schicken ständig Späher aus, die nach irgend etwas Verwertbaren suchen, haben sie es gefunden, rücken sie in Kompaniestärke zum Abtransport an. Faszinierend zu beobachten, wie die winzigen Tiere auch vor dem größten Brocken nicht zurückschrecken. So haben wir mal auf der Terrasse eine Stunde lang zugeschaut, wie Hundert Ameisen eine komplette Heuschrecke abtransportierten: Je etwa ein Dutzend unter den Beinen und eine halbe Hundertschaft unter dem Körper. Im völligen Gleichschritt ging es dann in Richtung Mauerritze und weiter zum Bau. Wenn die fleißigen Arbeiterinnen eine Raupe unsere Hauswand hoch schleppen, bekommt der Begriff "Raupenschlepper" doch eine völlig neue Bedeutung! Und wehe, man schneidet abends noch etwas süße Melone auf und stellt das Schneidebrett ungewaschen in die Spüle - am nächsten Morgen ist alles schwarz von Ameisen. Doch im Prinzip tun einem die Ameisen nichts, sie sind eine Form der natürlichen Müllbeseitigung.

Ebenfalls freundlich geduldete Hausbewohner sind die Geckos. Wir haben im Haus mehrere dieser Echsen in verschiedenen Größen von 5-20 cm. Auf dem Bild sieht man einen Gecko, der am Fliegenfenster sitzt und die kühle Brise genießt. Geckos sind eigentlich sehr scheu, doch an uns haben sie sich gewöhnt. Sie fressen kleine Insekten (Ameisen?), manchmal piepsen sie ganz leise, um mit anderen Geckos Kontakt aufzunehmen. Sie produzieren einzelne kleine Kotkrümelchen, die der Staubsauger entsorgt.

Gar nicht erfreut sind wir über einige andere Viecher, die sich mal durch eine Türritze ins Haus schleichen. Skorpione können durch einen Stich mit ihrem stachelbewehrten Schwanz eine sehr schmerzhafte und heftige allergische Reaktion hervorrufen. Dann ist zumindest ein Arztbesuch und eine Spritze mit Antiserum angesagt. Sie sind zwar nicht grundsätzlich aggressiv, aber wenn sie es sich in meinen Schuhen bequem gemacht haben, verteidigen sie halt ihr Territorium. Auch Tausendfüßler können ein giftiges Sekret absondern, dass wiederum für Allergiker besonders unangenehm sein kann. Das Tier auf unserem Bild hatte übrigens etwa 170 Füße bei einer Länge von 10 cm, selbst die allergrößten bringen es kaum auf 1000 Füße. Da ich auf Bienen- oder Wespenstiche sehr heftig reagiere, möchte ich nicht ausprobieren, wie gut ich Skorpione oder Tausendfüßler vertrage. Wenn wir so ein Tier in passender Pose entdecken, wird es erst geknipst und dann...

Für gewisse bauliche Veränderungen an unserem Haus hat der Besuch einer Schlange gesorgt, die ich eines Tages auf dem Balkon im ersten Stock entdeckte: Komisches Seil - da in der Ecke, dachte ich erst. Dann holte ich Joe und die Kamera. Joe hat sich erst mal seine Rüstung angelegt (feste Schuhe und Jeans) und ging dann auf Schlangenjagd. Mit einem langen Stock hat er sie vom Balkon vertrieben, daraufhin schlängelte sie sich um das Fenstergitter vor der Küche. Doch auch von da wurde sie verjagt, bis er ihr im Garten den Garaus machen konnte. Wir wissen, dass sich einigen Naturschützern bei diesem Vorgehen die Nackenhaare aufstellen. Aber es gibt in dieser Gegend sehr giftige Schlangen und wir wollten es nicht darauf ankommen lassen. An alle Fenster in der unteren Etage haben wir daraufhin Fliegenfenster mit Metallgaze dicht angeschraubt. Da kommt keine Schlange durch.

Spinnen sind zwar lästig (Spinnweben in den Zimmerecken) aber nicht grundsätzlich unsere Feinde. Doch wie sagt mein Sohn Thommy so gerne: "Ich hab nichts gegen Spinnen, ich kann es nur nicht leiden, wenn ich ihre Schritte hören kann!" Und von der Sorte war eine Spinne, die wir an unserer Haustür fanden. Sie saß da ganz ruhig, so dass wir sogar eine Zigarettenschachtel zum Größenvergleich von innen an die Scheibe halten konnten. Was den Leib so extrem dick machte, waren Hunderte kleiner Spinnen, die das Muttertier herumtrug.

Vor unserem Haus befindet sich ein Wasserbecken, Teil der Bewässerungsanlagen des Dorfes. Hier konnten wir neulich erst eine Krabbe und später auch eine Wasserschildkröte beobachten. Nun hatte sich auch mal eine Wasserschlange in das Becken verirrt. Das weiße Kaninchen ist ein Spielgefährte der Nachbarskinder, ab und zu begibt es sich auf Entdeckungstouren in der Umgebung.

Die Hühner der Nachbarschaft laufen den ganzen Tag frei rum und suchen sich ihr Fressen. Leider picken sie uns auch alle Blumensamen und kleine Pflänzchen aus dem Garten. Wir werden wohl doch einen Zaun ziehen müssen, um gärtnerische Erfolge erzielen zu können. Nur in dem kleinen Beet neben dem Eingang haben wir jetzt einige Sorten gefunden, die sie nicht mögen. So gibt es hier leuchtende bunte Punkte am Straßenrand.

Am Turm auf unserem Haus haben wir im Zuge der neuen Dachneudeckung (dazu gehört die Geschichte der türkischen Kampfspatzen, die gibt es ein anderes Mal) auch eine Stange für einen Wetterhahn anbringen lassen. Den Wetterhahn haben wir uns aus Deutschland mitgebracht. Nachdem Joe ihn auf dem Dach montiert hatte, erregte er einiges Aufsehen. Wetterhähne sind hier unbekannt. Doch der erste Sturm wehte ihn schon nach wenigen Wochen von seinem Aussichtspunkt. Nun fragten die Nachbarn: "Joe, wo ist denn dein Hahn?" Joe erklärte ihnen spaßeshalber, dass er wohl voll Sehnsucht nach den fetten Hennen in Nachbars Garten gespäht und sich irgendwie zu ihnen gesellt hätte. Zwei-drei Monate später sahen wir zufällig in einem Laden in Kemer als Ausstellungsstück einen sehr ähnlichen Wetterhahn (nein, nicht unserer...) der ebenfalls am Fuß abgebrochen war. Nach kurzen Verhandlungen wechselte der den Besitzer und ziert nun, nach einigen technischen Updates, unseren Turm. Witzig finden wir es auch wenn die Hähne in der Nachbarschaft regelmäßig bereits gegen 23 Uhr ihr "Trärä" beginnen, denn eigentlich sollten sie dann doch schon im Schlummer liegen.

Nicht nur Nachbars Hühner, auch eine Truthahnherde stattete uns mit lautem "Gerolle" einen Besuch ab. Im Februar bekam eine der Ziegen, die von Nachbarn immer vor unserer Tür auf die Weide getrieben werden, Zwillinge, fast direkt unter den Augen der Kamera. Natürlich sammeln wir alle Küchenabfälle, die meistens bei Joe's Kochkünsten anfallen und verfüttern diese an die Ziegen.

Immer wieder eine Freude ist es auch, die Landschildkröten in der freien Natur zu beobachten. Wenn man auf der Straße runde Steine liegen sieht, sollte man immer mit einer Schildkröte rechnen. Wenn die plötzlich losrennen, ist man überrascht, wie schnell sie sich bewegen können. Im Frühjahr 2006 konnten wir in Perge nicht nur alte Steine sondern sogar "lebende Steine" beim Versuch der Fortpflanzung filmen. Das Turtles.mov (Achtung 11 MB) finden Sie hier.

Dann gibt es noch verschiedene fliegende Viecher, welche nur selten so schön still halten wie die Libelle oder das (uns unbekannte) Insekt mit den extrem langen Fühlern (Hornkäfer). Ob der Heuschreck vielleicht doch eine Gottesanbeterin ist, wissen wir nicht so genau (doch, wurde uns inzwischen bestätigt).

Jetzt endlich im Bild und mit ihrem Gezirpe im Sommer stets gegenwärtig sind die Zikaden, die in den Bäumen im nahen Wald sitzen. Diese war allerdings auf unserem Balkon gelandet und irgendwie so geschockt, dass sie einige Minuten still hielt und sich ablichten ließ. Wer mehr über diese Tiere wissen möchte, sollte mal bei Wikipedia den Artikel über Zikaden nachlesen