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Es
wird gesagt in Kemer macht man Urlaub im Paradies, vielleicht
nicht ganz zufällig ist das türkische Wort für Geld
"Para" und man braucht hier schon etwas
"Para" für dies und das. Selbst das freundliche
Willkommen (Hosgeldiniz), das einem auf Türkisch überall
entgegen gebracht wird, schreiben viele im Tourismusbereich wohl
eher "Hos-GELD-iniz".
Seit
dem 1. Januar 2005 heißt die türkische Währung Yeni Türk
Lirasi (Neue Türkische Lira) kurz YTL. Von der alten Währung
wurden 6 Nullen gestrichen. Statt einer Million Lira hat man nun
einen neuen Lira. Die Zeiten, wo man mit einem Euro Millionär
war sind vorbei. Im allgemeinen
Sprachgebrauch ist die Million auch noch üblich.
Was
bei der Mark der Pfennig war oder beim Euro der Cent ist, heißt
bei der Lira Kurus (sprich Kurusch). Es gibt Münzen von 1, 5,
10, 25 und 50 Kurus sowie 1 Lira Münzen. Die 1 Lira und 50 Ykr
Münzen ähneln den Euro Münzen. Die kleineren Münzen (1 und 5
Kurusch) werden selten verwendet, Wechselgeld wird oft gerundet.
Banknoten
haben die Werte von 1, 5, 10, 20, 50 und 100 Lira. Von den größeren
Scheinen (50 und 100) kommen langsam immer mehr in Umlauf, der
50 YTL Schein ist relativ leicht mit dem 50 Euro Schein zu
verwechseln.
Wechselkurse
und Kaufkraft
 
Man
kann in Touristen Orten fast überall auch mit Euro oder Dollar
bezahlen, muss dann aber mit einem deutlich schlechteren Kurs
als bei Banken oder Wechselstuben rechnen. Da die Banken keine Münzen
eintauschen, ist der Kurs besonders bei Kleinbeträgen, die in
Hartgeld bezahlt werden eher bei 1:1 als bei gegenwärtig
(September 2007) 1 Euro zu 1,70
Lira.

Man wird öfter angesprochen, ob man nicht Euro Münzen
in Scheine wechseln möchte. Das ist nicht unbedingt ein Betrugsversuch,
sondern fast die einzige Möglichkeit für die Leute das Kleingeld nun
in Form von Banknoten bei einer Bank einzuzahlen zu können.
Allerdings hört man in letzter Zeit öfter von gefälschten
Euro-Münzen, die so in Umlauf gebracht werden. Außerdem muss man
sich die Euro Stücke einzeln genau ansehen, damit einem nicht
doch ein 1 Lira Stück untergejubelt wird. Also besser Finger weg
von diesen Wechselgeschäften auf der Straße.

Ich
empfehle etwas Geld zu tauschen und jeweils in der
Landeswährung zu bezahlen. Sie sollten Geld nicht bereits in
Deutschland oder gleich auf dem Flughafen wechseln. Die besten
Kurse für Bargeld erhalten Sie bei den Banken oder auch in den
Wechselstuben. Bringen Sie 50er oder 100er Euro-Scheine mit. An
den meisten Geldautomaten können Sie mit der Euroscheckkarte
oder gängigen Kreditkarten Bargeld in Landeswährung ziehen, an
einzelnen Automaten werden auch Euro oder Dollars ausgezahlt.
Beachten Sie, dass Ihre Bank für jede Auslandsabhebung Gebühren
berechnet, das variiert von Bank zu Bank, kann aber bis zu 10
Euro pro Abhebung betragen. Dafür erhalten Sie bei
Bargeldabhebungen am Geldautomaten den meist besseren
Wechselkurs der Staatsbank, das gleicht im Vergleich zum
Wechselkurs bei den Wechselstuben oft die Gebührenkosten wieder
aus, hängt natürlich von dem Betrag ab, den Sie aus den
Automaten ziehen.

Wenn Sie Geld von einem
Bankautomaten abheben wollen, sollten Sie das nur während der
Geschäftszeiten der Bank und dann auch möglichst von einem
Automaten im Innern des Gebäudes tun. Achten Sie darauf, dass
niemand die Eingabe ihrer Pin-Nummer beobachten kann. Es kommt
leider immer wieder vor, dass Bankautomaten durch ein
Vorsatzgerät "gekidnappt" werden. Das Ding sieht aus wie ein
Bankautomat und reagiert erst auch genauso, aber dann ist
plötzlich ihre Karte weg und die geheime Pin-Nummer in falschen
Händen. Wenn Ihre Karte aus irgendwelchen Gründen im Automaten
verschwunden ist, sollte immer einer direkt am Automaten stehen
bleiben und ein anderer Hilfe vom Personal der Bank holen
(deshalb nur zu Geschäftszeiten benutzen!) Nehmen Sie in solchen
Fällen ausnahmsweise NICHT die Hilfe freundlicher Türken an, die
sich in der Nähe des Automaten aufhalten und Ihnen anbieten, die
Karte schon wieder raus zu kriegen. Es könnte sich um Betrüger
handeln. Deshalb auch noch mal der ganz dringende Rat: Nicht
mitten in der Nacht an einer einsamen Ecke versuchen, Geld aus
einem Bankautomaten zu ziehen!

Kreditkarten sollten Sie in der
Türkei nur für wirkliche Sonderfälle benutzen und niemals aus den
Augen lassen. Auch bei diesem Zahlungsmittel wird immer wieder
von Betrügereien berichtet.

Nachdem
die hohe Inflation der 90er Jahre gestoppt wurde, stand der
Wechselkurs seit 2002 bei etwa 1,60 Lira für einen Euro,
mit 10% Schwankungen nach oben und unten. Im Sommer war er meist
schlechter als in der Touristen ärmeren Winterszeit, im November
2005 betrug der Kurs
1 Euro = 1,58 YTL. Die Preise haben sich aber weiterhin erhöht,
so dass die Kaufkraft des Euro in den letzten Jahren (2005/2006) deutlich
geringer war als z.B. 2002. Von den guten alten DM-Zeiten ganz
zu schweigen. Auch in der Türkei wurde in vielen Bereichen mit
der Einführung des Euro nur die Währung, nicht aber die Zahl
davor geändert. Dazu kommt eine starke Erhöhung der Tabak- und
Alkoholsteuern, eine Flasche 0,5l Bier kostet im Supermarkt mit 1,75
Lira fast 1 Euro, eine Flasche einfacher Wein 8-12 Lira.

Im Mai 2006 kam es zu plötzlichen
Kursänderungen. Kurzfristig stieg der Kurs bis auf 2,10 YTL für
einen Euro. Zur Zeit (Feb. 2007) kann man etwa zu 1,80 YTL für
einen Euro erhalten. Wie sich die Situation entwickeln wird, ist
unklar. (Kursentwicklungen zu kennen ist etwa so, wie die
Lottozahlen vorauszusagen.) Daher hier ein Link zum jeweils aktuellen
Wechselkurs
der türkischen Zentralbank. Die dort angegeben Zahlen können
für Touristen aber nur ein Hinweis sein, da sich die Kurse auf
den Umtausch größerer Beträge beziehen.

Aber
noch immer sind viele Sachen in der Türkei rein rechnerisch
wesentlich billiger als z.B. in Deutschland. Bedenken Sie aber,
dass hier der durchschnittliche Tageslohn nicht mehr als 25-35 Lira
(15-20 Euro) beträgt. Wenn Sie also alles ganz billig finden und
mit dem Geld nur so um sich werfen, werden Sie schnell als sehr
reich angesehen und sehr reichen Leuten kann man ja ruhig etwas
mehr abnehmen.

Zweierlei
Preise
 
In
manchen Restaurants gibt es leider verschiedene Speisekarten. In
denen, die Preise in Fremdsprachen (Englisch, Deutsch,
Russisch) angeben, Euro oder Dollar, sind diese oft deutlich höher
als in den Karten für Einheimische, praktisch erlebt z.B. in
Ulupinar. Manche Restaurants lassen
auch die Währungsangabe ganz weg und berechnen den Ausländern
den Lira-Preis einfach in Euro. Man sollte sich vor der Bestellung
erkundigen, in welcher Währung die Preise angegeben wurden.
Überhaupt sollte man immer schon vor der Bestellung nach dem
Preis fragen, sonst werden für eine Tasse Cappuccino ganz
schnell mal 3-4 Euro berechnet, obwohl das verwendete
Fertigpulver (mit Milch und Zucker) nur 20 Kurus (12 Cent)
kostet!

Besonders
ärgerlich finde ich es, wenn in quasi staatlichen Einrichtungen,
wie an historischen Stätten, die höheren Eintrittspreise praktisch
nur für die Touristen gelten und für alle Einheimischen ermäßigte Preise
gelten. Dies ist tendenziell aber rückläufig, wie wir bei
unseren letzten Besuchen feststellen konnten.
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