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Etwa
1 km jenseits der Fernstraße Antalya-Kumluca in
Richtung der Berge liegt links an der
breiten Straße durch Aslanbucak recht unscheinbar das "Doga Pide"
(sprich Doh-aa Pide). Auffallend ist eher der große
Schornstein und der Mast des Strom-Trafos an der
Straßenecke. Nachdem das Doga Pide vor gut zwei Jahren
eröffnet hatte, wurde die Hauptstraße ausgebaut und
das Straßenniveau erhöht. Im typischen Ambiente eines
Türkischen Straßenrestaurants sitzt man nun an den Tischen
entlang der Hauptstraße ziemlich tief und kann die Autos
auch mal von unten anschauen.
Eigentlich
ist das Doga Pide mehr eine Großbäckerei (halb Kemer
wird von hieraus versorgt) mit Direktverkauf als ein
lauschiges kleines Restaurant. Aber hier bekommt man
meiner Meinung nach das frischeste und köstlichste Pide der Umgebung. Ein Team von 10 Leuten
arbeitet hier von frühmorgens bis in die Nacht hinein. Im Sommer
helfen auch die schulpflichtigen Kinder mit -
sie würden sich sonst allein zu Hause langweilen.
Ein
riesiger Backofen (Marke Hexenhaus) mit entsprechendem
"Showeffekt" frißt Unmengen von
Holz und in der Gluthitze des offenen Feuers werden täglich 2000 Pidefladen für die Restaurants in Kemer gebacken. Der
Ofenmeister schiebt sie mit einem riesigen Holzspatel in
den Ofen und holt sie auch immer zum genau richtigen
Zeitpunkt wieder heraus. Neben dem einfachen Fladenbrot
werden auch verschieden belegte Pide gebacken: Mit Käse
oder Hackfleisch, Wurst, Huhn oder fein gewürzter
Fleischfüllung (Kusbasili). Da wir uns immer so schwer
entscheiden können, nehmen wir meistens
"Karrischik", hier sind vier verschiedene
Beläge auf einem großen Pide vereint. Man kann wählen
zwischen einer normalen Portion (bir) oder einer großen
Portion (bir butschuk). Alles ist angenehm leicht
gewürzt und gut bekömmlich. Allerdings sollten Anfänger
erst mal eine normale Portion bestellen, die ist schon
reichlich. Als Vorspeise gibt es noch "luftiges" Brot
(natürlich frisch und heiß!) mit Butter, Dorfkäse und einen gemischten Salatteller,
alles im Preis inbegriffen. Alkohol (Bier) wird hier
nicht ausgeschenkt, aber wenn ein Tourist unbedingt ein
Bier zum Essen wünscht, fährt mal schnell jemand mit dem
Moped zum nächsten Laden und holt eins.
Neben
dem großen Backofen gibt es draußen unter dem Vordach
auch noch einen Holzkohlengrill, wo man sich
verschiedene Fleischspieße zubereiten lassen kann. Im
Sommer sind die Plätze zwischen Backofen und Grill
immer frei, im Winter dagegen durchaus gesucht. Warum es
auf der Terrasse neben dem großen Weinstock (dessen
Blätter das Dach beschatten) gerade unter der
Lautsprecherbox in Kopfhöhe noch einen Wasserhahn gibt,
weiß wohl nur der türkische Klempner. Als
Duschmöglichkeit für verschwitzte Gäste, die von der
Jeep Safari in den Bergen kommen, ist er wohl nicht
gedacht. Die sollten hier besser zum Essen anhalten und
die köstlich
frische Pide geniessen.
Preis und Leistung stimmen, deshalb unsere Empfehlung
für den, der unverfälschte Türkische Küche genießen
will.
P.S.
Wir
haben nach dem Sinn des Wasserhahns gefragt: Aus
diesem Hahn kommt heißes Wasser von der Solaranlage, um
z.B. die Tische draußen auch mit heißem Wasser
reinigen zu können. Damit kleine Kinder nicht mit dem
Wasser spielen und sich ungewollt verbrühen können,
ist er so hoch angebracht. Na,
das ist doch mal eine gute Erklärung!
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