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Deutsch-Türkisches Journalistenseminar

Dankenswerter Weise ermöglichte
uns die Konrad-Adenauer-Stiftung die Teilnahme an einer sehr
interessanten Veranstaltung, dem „20. Deutsch-Türkischen
Journalistenseminar“, welches unter dem Motto - "Deutschland und
die Türkei – Im Fokus der Medien", vom 18.05. bis zum 20.05.
2006 in Göynük stattfand. Veranstalter waren neben der
Konrad-Adenauer-Stiftung auch die Deutsch-Türkische Stiftung (DTS)
und die Vereinigung türkischer Journalisten (Türkiye Gazeticiler
Cemiyeti).

Da wir uns mit unserer
Internetseite ja auch zur Gilde publizierender Menschen zählen,
nahmen wir die Gelegenheit gerne war, zu erfahren wie die
ausgemachten Medienprofis beider Seiten das deutsch-türkische
Verhältnis bewerten.

Es waren für uns sehr wertvolle
Erfahrungen, die wir sammeln konnten und den lebhaften
Diskussionen, die sehr offen geführt wurden, folgten wir mit
großem Interesse, fanden wir uns doch mit vielen unserer
Auffassungen bestätigt. Es ging auch richtig kontrovers zur
Sache, denn die Migration von Türken nach Deutschland als
Hauptthema, kann nur ambivalent gesehen werden. Es wurde von
beiden Seiten sehr deutlich herausgearbeitet, dass die
Integrationspolitik der vergangenen Rot-Grünen Regierungen unter
dem Motto "Multikulti", trotz vielerlei Lippenbekenntnisse,
gerade für die türkischen Migranten weitestgehend versagt hat.
Allein der Stärke der deutschen Gesellschaft und der Disziplin
der türkischen Muslime, die darin eingebunden sind, ist es zu
verdanken, dass es trotz Provokationen (z.B. Karikaturen) und
Anstachelung aus anderen muslimischen Ländern, in der jüngsten
Vergangenheit in Deutschland friedlich blieb. Das kann jedoch
nicht über den Stau offener Probleme hinwegtäuschen, die einer
umgehenden Lösung harren. Leider ist in Deutschland der
Spielraum für geeignete Maßnahmen aufgrund der prekären
wirtschaftlichen Situation ziemlich begrenzt. Es wurde mehr als
deutlich festgestellt, dass nur der offene Dialog zur
Verbesserung führt und das letztendlich zum beiderseitigen
Nutzen.
Das Themenspektrum war sehr weit
gefächert, so dass wir hier nicht alles wiedergeben können. Wer
mehr Details erfahren will, findet
hier
das Programm des Seminars. Auch freuen wir uns schon
auf den Report der Konrad-Adenauer Stiftung, der so bald wie
möglich erscheinen soll.
Aus unserer Sicht war der Auftritt
von Herrn Vural Öger, Mitglied des Europäischen Parlamentes (für
Deutschland) und natürlich auch Inhaber des gleichnamigen
Reiseunternehmens ein Höhepunkt der Veranstaltung. Sehr offen
und freimütig, auch gestützt auf aktuelle Informationen und
Zahlen aus Brüssel, schrieb er beiden Ländern einige Lektionen
ins Stammbuch. Da merkte man volles Engagement und sprühenden
Enthusiasmus auf dem Weg die Türkei bald zum EU-Mitglied zu
machen.

Natürlich standen die Print- und
die elektronischen Medien (Radio, TV) im Mittelpunkt der
Diskussionen. Unserer Meinung nach wurde der Bedeutung des
Internets zu wenig Beachtung geschenkt.
Was man aus deutscher Sicht dazu
hören konnte, erschien uns erschreckend rückständig und das
obwohl die Printmedien nachgewiesenermaßen kaum aussterben
werden. Auch wir lesen täglich zwei hiesige Zeitungen. Da wurde
dann ernsthaft behauptet, dass man im Internet nur das findet
was man sucht. Der journalistische Anspruch bestehe jedoch
darin, dass eine Zeitung dem Leser das aufbereitet was er wissen
und demzufolge auch lesen müsste. Getoppt wurde das noch mit dem
Zitat von J. Weizenbaum: „Das Internet ist ein Misthaufen, man
muss lange suchen bevor man die Diamanten findet“, welches durch
einen Professor, der junge Journalisten ausbildet, in die Runde
getragen wurde. Es gibt wirklich noch Medienfachleute, die das
Internet im Zeitalter des Bloggens und von RSS-Feeds derart
unterschätzen. Die türkischen Kollegen hatten dazu denn auch
ganz andere Meinungen. Wie uns scheint gibt es immer noch
Hemmschwellen, die hoffentlich nur altersbedingt sind.
Wir schätzen die
Internet-Kommunikation, weil sie wegen ihrer Flexibilität und
enormen Reaktionsschnelligkeit bestens geeignet ist die
internationale Völkerverständigung voranzubringen und wir wollen
auch gerne das Unsrige dazu beitragen. Dabei verkennen wir
durchaus nicht, dass es auch missbräuchlich eingesetzt werden
kann.
Beim nächsten Mal könnten
vielleicht auch die Fragen "Ist die Türkei ein
Einwanderungsland?" und "Wie beeinflussen die Erfahrungen der
Türkeitouristen das Türkeibild der Deutschen" erörtert werden.
Für mich war es auch eine
besondere Freude alte Bekannte aus Ankaraer Tagen wieder zu
treffen. Es ist schon interessant nach über zehn Jahren zu
erfahren, was aus den Kindern geworden ist, die ich damals
unterrichtete. Darüber hinaus haben wir natürlich eine Vielzahl
sehr interessanter Leute kennen gelernt, darunter auch Herrn
Pfarrer Korten. Seinen Vortrag können wir einfach nur als
"göttlich" bezeichnen, denn dieser hat uns sehr erbaut. Wir
werden seiner St. Nikolas Gemeinde in Antalya demnächst eine
eigene Seite auf unserer Homepage widmen.
Wir danken nochmals der Konrad
Adenauer Stiftung für ihr wirklich sehr freundliches
Entgegenkommen, uns als Gäste an ihrem Seminar teilhaben zu
lassen. Allen Unkenrufen zum Trotz leistet auch die CDU einen
hervorragenden Beitrag zur gedeihlichen Entwicklung der
Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei.
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