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Das 21. Deutsch-Türkische Journalistenseminar 2007

Auch in diesem Jahr ermöglichte
uns die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) die Teilnahme am
"Deutsch-Türkischen Journalistenseminar“, welches diesmal unter
dem Motto - "Die Rolle der Türkei als Vermittler zwischen Ost
und West", vom 23.05. bis zum 26.05. 2007 in Göynük stattfand.
Veranstalter waren neben der Konrad-Adenauer-Stiftung auch die
Deutsch-Türkische Stiftung (DTS) und die Vereinigung türkischer
Journalisten (Türkiye Gazeticiler Cemiyeti). Wer mehr Details
erfahren will, findet
hier das komplette Programm des Seminars. Auch unser "Kemeraner
Tageblatt" (Kemer Gözcü) hat natürlich berichtet und sogar einen
Tag vor Beginn auf das Seminar hingewiesen sowie das
Konferenzprogramm veröffentlicht.
Hier gibt es einige Kommentare aus türkischer Sicht.

Weil wir einen anderen geplanten
Termin hatten, konnten wir das Seminar leider erst ab dem
zweiten Tag verfolgen. Der war für uns, die gerne Informationen
aus erfahrenem Mund und erster Hand erhalten, denn auch der
wichtigere, ging es dort auch um Fragen der innenpolischen
Entwicklungen und Erwartungen vor den Parlamentswahlen in der
Türkei. Für uns als in der Türkei lebende Ausländer natürlich
von besonderer Bedeutung, denn wir wüssten schon gerne, wohin
die Reise geht. Joe hat eifrig mitgeschrieben, so dass wir hier
einige, uns wesentlich erscheinende Passagen aus diesem Teil des
Seminars präsentieren können. Dabei merken wir ausdrücklich an,
dass diese nicht unbedingt unserer Meinung entsprechen müssen.
Es handelt sich dabei um Zitate aus den Vorträgen und Beiträge
der anschließenden Diskussionsrunde.

Herr
Emre AKÖZ, Kolumnist der Tageszeitung Sabah, meinte: "Es
ist noch völlig offen wer den neuen Staatspräsidenten wählen
wird (Anmerkung: gemeint waren das Parlament oder das Volk) und
wenn Termine noch verschoben werden wäre das keine Wunder. Alle
Seiten haben die Entscheidung des Verfassungsgerichtes
akzeptiert, welche einer Minderheit uneingeschränkte Rechte (im
Parlament) verschafft hat"

Frau Dr.
Majid SATTAR, Politische Nachrichtenredaktion - Frankfurter
Allgemeine Zeitung, meinte bezogen
auf die derzeitige Berichterstattung in der EU: "Keiner hat ein
Interesse an einer instabilen Türkei und es gibt inoffizielle
Äußerungen, dass der militärische Einfluss gar nicht schlecht
ist. Bei einem Regierungswechsel kann man vom Regen in die
Traufe kommen."

Herr
Nail GÜRELİ, Kolumnist der Milliyet-Zeitung, meinte: "Die
neue Machtkonzentration wäre zu Verfassungsänderungen fähig
geworden. Die derzeitigen Probleme haben ihre Ursachen im
Wahlgesetz und im Parteiengesetz aus der Verfassung von 1982.
Nach den letzten Wahlen waren 45% der gültigen Stimmen nicht
vertreten."

Herr
Cüneyt ÜLSEVER, Kolumnist der Tageszeitung Hürriyet,
meinte: "Das ist nicht die erste und auch nicht die letzte Krise
und es werden noch größere kommen aber, bevor Chaos ausbricht
hat die Türkei noch immer die Kurve gekriegt. Neben Israel hat
die Türkei in dieser Region die best entwickelte Demokratie,
also sollte man sich entspannen. Gegenwärtig werden die Gefühle
und nicht die Vernunft benutzt, um den Masseneinfluss zu
erhöhen".

Aus der Diskussion finden wir folgende Beiträge erwähnenswert:
- Sozial-politische Themen
dominieren die derzeitige Argumentation und Fragen zum
EU-Beitritt
werden kaum noch reflektiert
- Wo waren die Demonstranten
vorher? So genannte "NGO", die in Wirklichkeit politisch
nicht neutral
arbeiten, haben die Demonstrationen organisiert
- Im Vorfeld der Wahlen steht das
Kapital an einem Scheideweg ,wen es dabei unterstützt
- Wenn die Türkei EU-Mitglied
werden will, ist eine Werteorientierung an einer künftigen
EU-Verfassung
notwendig und auch die 84 Jahre alte türkische Orientierung
bedarf der
Modernisierung

Die Diskussion lief über eine volle Stunde und das Fazit des
Moderators konnte nur lauten, dass der Ausgang der Entwicklung
vor den Wahlen und deren Ergebnisse aus derzeitiger Sicht völlig
offen sind. Wir dürfen also weiter gespannt sein.

Am Nachmittag hielt Herr Öger,
Mitglied des Europäischen Parlamentes, eine flammende Rede für
den Beitritt der Türkei in die EU, die er mit einer Vielzahl von
historischen Fakten untermauerte. Bei seiner Sicht auf die
heutigen Probleme finden wir uns in den Worten "Ungeduld ist
nicht am Platze" wieder.
Den vollen Wortlaut der Rede- und
Diskussionsbeiträge können Sie dem, bei der KAS erscheinenden,
Tagungsband entnehmen.
Hier noch eine Anmerkung, die sich
aus der Möglichkeit für unseren Freund Saffet von der "Kemer
Gözcü" ergab, als Herr Öger ihm ein Interview gewährte. Die
Meinung von Herrn Öger "Beton ist gefährlicher als
Terrorismus" (gemeint für den Tourismus) müssen wir unter
Berücksichtigung der Entwicklung in unserer unmittelbaren
Umgebung leider bestätigen (voller Wortlaut
hier). Wir haben dazu die These entwickelt, es wäre
angemessen in einem hiesigen Stadtwappen die Orange durch eine
Betonpumpe zu ersetzen.

Wir danken der Konrad Adenauer
Stiftung für ihr freundliches Entgegenkommen, uns als Gäste an
ihrem Seminar teilhaben zu lassen. Die langjährige
kontinuierliche Durchführung dieser Seminarreihe spricht eine
deutliche Sprache für das Engagement der CDU, die
Deutsch-Türkischen Beziehungen voran zu bringen. Unseren Bericht
von der Tagung im Jahr 2006 finden Sie
hier.
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